Die Ostdeutschen haben Geschichte in historisch einmaliger Dimension - wie auch immer die Rückschau einordnend und wertend sein mag. Wer nicht wenn die Ostdeutschen kann Transformation mit allen Facetten.

 

Der Angriffskrieg der russischen Staatsführung auf die Ukraine ist die politische Zäsur, die die bereits eingeleitete zukünftige Energieversorgung in Deutschland und Europa zeitlich radikal beschleunigen und nachhaltig verändern wird. Lange geglaubte Sicherheiten werden in Frage gestellt. Weitgehende politische Einigkeit besteht nun darin, die Abhängigkeiten von fossilen Energieimporten und den Ausbau der Erneuerbarer Energien so schnell wie möglich zu beschleunigen. Doch welche Auswirkungen hat der massive und beschleunigte Umbau der Energiewirtschaft auf die Industrie und die mittelständische Wirtschaft?

 

Die Transformation der Energiewirtschaft ist in Ostdeutschland seit über 30 Jahren ein gelebtes Paradigma. Der Umbau der Wärmeversorgung von Kohle auf Gas wurde in den 90er Jahren konsequent durchgeführt und hat in erheblichem Maße dazu beigetragen, die Umweltbedingungen in der ehemaligen DDR schnell zu verbessern. Durch den massiven Ausbau Erneuerbarer Energien in der Stromerzeugung wurden seit Mitte der 00er Jahre etliche Tonnen CO2 eingespart und der Klimaschutz maßgeblich vorangebracht. Bezogen auf die Anzahl der Bevölkerung liegt die der Anteil Erneuerbarer Energien in Ostdeutschland heute deutlich höher als in den westlichen Bundesländern.

 

Doch wie lässt sich dieser Weg in eine nachhaltige Gesellschaft unter den neuen Vorzeichen weiter fortführen und sogar beschleunigen? Wie lassen sich Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Energiekosten sinnvoll in einen gesellschaftlich akzeptierbaren Einklang bringen? Und welche Chancen und Risiken bringt eine Beschleunigung der Transformation für die ostdeutsche Wirtschaft? Brauchen wir eine neue Avantgarde?